Kreistag
Antrag im Kreistag Esslingen
Überprüfung der Umweltverträglichkeit von Grünschnittsammelstellen
Vorgang:
Grundstücks- und Gartenbesitzer entsorgten Ihren Gartenabfälle, den Grünschnitt und Laub früher in vollem Umfang auf dem eigenen Grundstück durch Kompostierung. Stärkere Holzabfälle wurden zerkleinert und als Mulchmaterial verwendet oder als Brennmaterial genutzt.
Der Vorteil und biologische Nutzen dieser Entsorgung lag darin, dass dadurch einer Vielzahl von Kleinlebewesen wie Eidechsen, Blindschleichen und Mikroorganismen ein gesunder Lebensraum erhalten wurde, da diese Tiere und Organismen zum Großteil vom Verrottungsprozess der Komposte lebten.
Ein weiterer Vorteil ergab sich durch die Gewinnung von Komposterde, die dann wieder vor Ort in den Gärten verwendet werden konnte.
Mit Einrichtung der 33 Grünschnittsammelstellen im Landkreis wurde den Bürgern die Möglichkeit geboten, die seither selbst und im eigenen Garten entsorgten Grünabfälle in Kleinmengen an zentralen Stellen abzuliefern. Dieses Angebot wird stark in Anspruch genommen.
Über Fragen, wie sich solch zentralen Sammelstellen auf die Umwelt auswirken, wie die Bürger durch die Anlieferungen belastet werden oder ob gar ein Volkswirtschaftlicher Schaden die Folge wäre, wurde nie nachgedacht.
Über Jahre gemachte Beobachtungen über das Entsorgungsverhalten der Bürger und die Belastungen von Anwohnern in der näheren Umgebung der Sammelstellen, nimmt die FDP Fraktion zum Anlass einen Antrag zu stellen, die
Umweltverträglichkeit von Grünschnittsammelstellen
überprüfen zu lassen.
In diesem Zuge beantragen wir auch die Prüfung der Möglichkeit, ob der angelieferte Grünschnitt zur Gewinnung von Biogas verwendet werden kann.
Wir regen an, diese Überprüfung kostenneutral als Lehrstudie durch eine kreiseigene Schule durchführen zu lassen. Um entsprechend wertbare Ergebnisse zu erhalten ist über den Zeitraum eines Jahres durchzuführen.
Zu folgenden Fragen erbitten wir ein Ergebnis auszuarbeiten:
- Wie oft nutzen die Bürger die Grünschnittsammelstellen zur Anlieferung?
- Wie hoch ist die Zahl der gefahrenen Kilometer für den Hin- und Rückweg
zu den Sammelstellen?
- Wie hoch ist der Verbrauch von Kraftstoffen, Benzin/Diesel/Autogas,
die für den Transport von und zur Sammelstelle verbraucht werden
in der Bewertung nach Motorengröße, Durchschnittsverbrauch
und gefahrene Kilometer?
- Wie groß ist der verursachte Schadstoffausstoß an CO 2
durch die anliefernden Fahrzeuge?
- Wie groß ist die Lärmbelästigung der Anwohner durch den Kfz Verkehr auf den Zufahrtsstraßen zu den Sammelstellen vor allem im Bereich von Wohngebieten?
- Welcher finanzielle Aufwand für wie viele Fahrten und Kilometer ist erforderlich um den gehäckselten Grünschnitt zu den neun Kompostierungsanlagen zu transportieren?
- Wie hoch ist die dadurch entstehende Umweltbelastung durch CO2
- Wäre es umweltverträglicher und kostengünstiger wenn an bestimmten Tagen der Grünschnitt mit Großcontainern eingesammelt wird um dann direkt zur Kompostierungsanlage transportiert zu werden?
- Wo böte sich an, Grünschnittsammelstellen direkt bei den Kompostierungsanlagen einzurichten um einen späteren Transport des Häckselmaterials dorthin überflüssig zu machen?
Die FDP Fraktion betrachtet die Sammelstellen als grundsätzlich gelungene Einrichtungen um Wertstoffe für den weiteren Kreislauf zu sichern.
Neben Grünschnitt werden Großmengen von Kartonage, Styropor-Verpackungen und auch Metalle dort abgeliefert. Alleine deshalb ist es wichtig diese Einrichtungen zu erhalten.
Wenn wir vor einigen Jahren noch Papiercontainer hatten, in die Zeitungen und Kartonage verbracht werden konnten, so wurde diese Einrichtung im Zuge der Rationalisierung in eine hauseigene Papiertonne umgestaltet deren Inhalt bei regelmäßigen Leerungen entsorgt und direkt an den Verwerter geliefert wird.
Diese Papiertonnen bietet nach Ansicht der FDP Fraktion auch die Möglichkeit alle anfallenden Kartonagen der Haushalte aufzunehmen. Für Großmengen von Gewerbetreibenden könnten ggf. auch größere Container gestellt werden.
Mit unserem Antrag erhoffen wir Erfahrungswerte, die notwendige Handlungsfelder aufweisen könnten um die Sammlung von Wertstoffabfällen rationeller, kostengünstiger und vor allem umweltverträglicher gestalten zu können.
Kirchheim unter Teck den 25. Februar 2010
Albert Kahle